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Zum 45. Mal seit 1961 wurden am Mittwoch, den 30. November 2005,
im Alten Rathaussaal in München fünf verdiente Kunstschaffende durch die Vergabe
der Bayerischen Poetentaler geehrt.
Dr. phil. Lotte Roth-Wölfle
Sie war langjährige Inhaberin eines Antiquariats an der Münchner
Universität und gilt zurecht als die 'große alte Dame' des europäischen
Antiquariatswesens. Sie ist international als Gutachterin gefragt und leitet
seit 1943 den Münchner Bücher- und Grafiksammlerkreis 'Die Mappe'. 1982 wurde
sie mit der Medaille 'München leuchtet', 1983 mit dem Bundesverdienstkreuz 1.
Klasse ausgezeichnet.
Die Laudatio auf Frau Dr. Roth-Wölfle hielt Prof. Reinhard
Wittmann vom Bayerischen Rundfunk.
Gert Heidenreich
Er ist einer der wenigen Schriftsteller, dessen prägnante
Hörfunk- und Fernsehstimme bekannter ist als seine Bücher. Dabei genießt auch
der Dramatiker, Lyriker, Essayist und Romancier höchstes Ansehen beim deutschen
Lesepublikum, das ihn 1986 mit dem Adolf-Grimme-Preis und 1998 mit dem
Marieluise-Fleißer-Preis auszeichnete. Als Nachfolger von Carl Amery wurde er
1991 zum Präsidenten des deutschen PEN-Zentrums gewählt.
Die Laudatio auf Gert Heidenreich hielt der derzeitige PEN Präsident Johano
Strasser.
Frank-Markus Barwasser
In Bayern genießt der fränkische Störenfried und geniale Nörgler längst
Kultstatus: Erwin Pelzig. So heißt eine Figur, die der Würzburger Kabarettist
Frank-Markus Barwasser ersonnen hat. Als vermeintlich naiver Querulant
präsentiert er sich im biederen Trachtenanzug und mit beigefarbenem Cordhut und
erklärt und schmäht die Welt - vom Dalai Lama über die Globalisierung bis hin
zur aktuellen Politik des George W. Bush. Oftmals lässt er sich in ein
intensives Streitgespräch mit seinen beiden Stammtischfreunden, den Herren Dr.
Göbel und Hartmut ein, die er selbst verkörpert.
Die Laudatio auf Erwin Pelzig hielt der Münchner Kabarettist Christian Springer.
Dr. phil. Erich Jooß
Der promovierte Germanist übt drei Berufe aus: als Direktor des St.
Michaelbundes ist er der Leiter des ältesten bayerischen Bibliotheksverbandes,
als Verlagsleiter zeichnet er für die Münchner Kirchenzeitung verantwortlich und
als Beauftragter der bayerischen Bischöfe wirkt er als kompetenter Berater für
Privatfunk und Privatfernsehen. Daneben veröffentlichte er zahlreiche
Kinderbücher sowie Erzählbände und betätigte sich außerdem als Herausgeber von
Legendensammlungen und Lyrik-Anthologien. Schließlich leitet er auch noch einen
eigenen Verlag, der sich der Veröffentlichung bibliophiler Bücher widmet.
Die Laudatio auf Erich Jooß hielt der Münchner Autor Alfons
Schweiggert.
Hans-Jürgen Buchner, Haindling
"Er ist ein Genie und einer der letzten Abenteurer im deutschen Musikgeschäft",
schrieb die tz München kürzlich über Hans-Jürgen Buchner, der 2002 sein
20-jähriges Jubiläum als Musiker feierte und dazu pünktlich sein neues Album
unter dem Titel 'Karussell' herausgebracht hat. Hans-Jürgen Buchner ist jenes
Genie, das darauf besteht, dass nach seinem Namen ein Komma steht: Hans-Jürgen
Buchner, Haindling. Denn Haindling ist nicht nur ein Ort in Niederbayern,
sondern Haindling wurde zum Synonym für Musik der besonderen Art. Hans-Jürgen
Buchner schrieb nicht nur Kult-Lieder, sondern er schrieb auch die Musik für die
meisten Filme und Fernsehserien von Autor und Regisseur Franz Xaver Bogner – zum
Beispiel die unverwechselbaren Titelmelodien für "Irgendwie und Sowieso" und
"Café Meineid" oder die Hits "Paula" (aus der Serie "Zur Freiheit"), "Eins,
zwei, drei" (aus "Madame Bäurin") oder das "Ewige Lied".
Die Laudatio auf Hans-Jürgen Buchner hielt der Kabarettist Günter
Grünwald.
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